Cybergrooming
Was ist es?
Wie schütze ich mein Kind davor?
Täter oder Täterinnen suchen im Internet gezielt nach Minderjährigen. Sie bahnen Kontakt an, um ihre Opfer sexuell zu missbrauchen. Für die Anbahnung des Kontaktes werden Social-Media-Plattformen und immer häufiger auch die Chatfunktion von Spielen benutzt.
Die TäterInnen geben sich meist als Gleichaltrige aus. Sie nutzen die Vertrauensseligkeit, Unbedarftheit und das mangelnde Risikobewusstsein von Kindern aus. Zunächst bauen die Täter Vertrauen auf. Sie schmeicheln dem Kind und agieren, als wären sie schon sehr lange befreundet und tauschen vermeintlich vertrauliche Informationen aus. In der Folge verstricken sie dann das Kind in Abhängigkeiten, um es besser manipulieren und kontrollieren zu können. Sie locken mit Geschenken oder geben sich als Modelscout aus und bieten an, Modelfotos zu machen.
Um Sicherheitsvorkehrungen der Plattformen zu umgehen, versuchen die Täter nach der ersten Kontaktaufnahme auf einen privateren Kommunikationskanal zu wechseln. Zunächst „verständnisvolle Unterhaltungen“ nehmen schon kurz nach Kontaktaufnahme eine Wende. Die Täter versuchen, das Alter des Kindes herauszufinden, ob es alleine im Raum ist und ob es schon sexuelle Erfahrungen gemacht hat. Sie fordern Bilder - auch intime Bilder, mit denen sie dann ihre Opfer erpressen. Ziel der Täter ist ein direktes Treffen mit den Opfern z.B. im Kino oder sogar bei den Tätern zu Hause.
Bei Kennzeichen von Cybergrooming:
In diesen Fällen sollen Kinder und Jugendliche sofort den Kontakt abbrechen und ihn blockieren. Außerdem die Eltern oder wenn die gerade nicht erreichbar sind eine Vertrauensperson hinzuziehen. Screen-Shot machen – und auf jeden Fall zur Polizei! Denn: Cybergrooming ist strafbar! Generell sollten solche Vorfälle gemeldet werden, um das eigene Kind und auch andere Kinder vor solchen Übergriffen zu schützen.
Bei folgenden Anzeichen sollten Teenager misstrauisch werden:
- Falsche Vertrautheit: Jemand gibt an, auffallend viele gleiche Interessen zu haben.
- Er möchte Informationen aus dem echten Leben des Opfers (Adresse, Schule, Sportverein/Musikverein … )
- „Bist du alleine?“ – Achtung, ab hier ist Gefahr in Verzug! Jemand möchte sicherstellen, dass er nicht erwischt wird und freie Hand hat.
- Plattformwechsel: Jemand möchte schnell über Handy oder Skype Kontakt aufnehmen, um Kontrollmechanismen auszuschalten.
- Angebote und Geschenke – z.B. Vorteile in Online-Spielen, Geld, oder Modelfotos.
- Forderungen: Jemand möchte, dass man die Webcam einschaltet oder Bilder und Videos von sich zuschickt.
- Forderung nach intimen Informationen (z.B. sexuelle Erfahrungen . . .) oder derjenige sendet selbst intime Bilder von sich.
- Vorschlag eines Offline-Treffens.
- Forderung, niemanden von dieser Bekanntschaft zu erzählen oder sogar Drohungen, Bilder zu veröffentlichen.
Was kann man gegen Cybergrooming tun?
Für Kinder ist es wichtig, dass sie eine gute Vertrauensbasis zu ihren Eltern haben. Nur so werden sie sich ihnen gegenüber öffnen, wenn sie online bedrängt werden. Und sie müssen wissen, dass sie sich dessen nicht zu schämen brauchen. Eltern sollten offen mit Ihren Kindern über die Gefahr des Cybergroomings sprechen und ihnen klare Möglichkeiten zeigen, dies zu verhindern.
- Achtsam sein! Kritisch bleiben! Online niemals blind vertrauen!
- Anmach-Versuche abblocken! Und den Eltern erzählen!
- Persönliche Daten nur an persönlich bekannte Personen geben!
- Privatsphäre-Einstellungen so, dass nur ein privater, vertrauter Kreis Zugang hat.
- Kritisch bleiben, nicht alles glauben!
- Keine Hinweise auf das Alter in Nicknames. Keine Profilfotos, auf denen Kinder zu erkennen sind.
- Nur Kontakte annehmen, wenn ich die Person persönlich kenne.
- Keine Fotos und Videos mit Unbekannten tauschen.
- Wenn Chat-Situationen unangenehm werden, sofort beenden und den Kontakt blockieren. Dies auch an den Portalbetreiber melden.
- Kinder sollten sich nie alleine mit Personen treffen, die sie nur aus dem Internet kennen!